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Aktuelles bei Schlafsystemen [04.Jan]

     
        

 04.Jan 2019

    

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Ich werde immer wieder gefragt, was denn die aktuellen Entwicklungen auf dem Matratzen- bzw. Schlafsystemmarkt (also für Matratzen und Lattenroste) sind. Aus meiner Sicht - und das ist sicher sehr bemerkenswert - findet im Moment gerade eine Exnovation statt - also eine Rückentwicklung. Aber das ist eigentlich gar nicht so schlimm, wie ich finde. Die letzten 20 Jahre waren im Marktsegment "Schlafen" sehr ereignisreich. Viele neue Materialien sind entdeckt, erforscht oder einfach ausprobiert worden, viele neue Konzeptionen eines Schlafsystems wurden auf den Markt gebracht, und meist mit großem Marketing-Aufwand der Öffentlichkeit vorgestellt. Man denke nur z.B. an die seit Mitte der Neunziger-Jahre angebotenen Tempur-Matratzen. "Weltraumschaum", "Memory-Schaum", die "Weltraummatratze" hat es da geheißen. Geblieben ist davon nicht mehr allzu viel - außer, dass seit damals der Verbraucher durchaus sensibilisiert ist auf Themen wie Gesundheit, Gesunder Schlaf und Besser Schlafen, das darf man durchaus positiv werten. Mein Vater und ich waren bei vielen der Neuvorstellungen - damals wie heute - mehr als skeptisch, und haben in großen Teilen mittlerweile Recht bekommen diesbezüglich.

Was gab es denn für vielversprechende Innovationen - und was ist daraus geworden? Der oben angesprochene Visco-Schaum (wie die Kategorie an Schäumen, aus denen auch z.B. die Tempur-Matrazten gefertigt sind, heißen) ist für sich genommen ein wunderbares Material für alle besonders empfindlichen und druckempflindlichen Menschen (z.B. Ältere, Kranke) die ggf. auch viel Zeit im Bett verbringen (müssen). Allerdings hat sich herausgestellt, dass diese Schäume für Normalschläfer einige Nachteile mitbringen, z.B. wenig Stütze im Rücken, sehr geringe Atmungsaktivität und damit verbunden häufiges Schwitzen, langsamer Verlust der sich einstellenden Weichheit (bis hin zur vollständigen Verhärtung des Materials). Es hat etwas gedauert, bis die Kollegen und Verbraucher das erkannt haben...

Ungefähr zur gleichen Zeit kamen auch die Naturschlafsysteme auf - angefangen mit dem Hüsler-Nest, schnell in fast baugleicher Form von Samina, Pro-Lana und weiteren auf dem Markt. Für damalige Zeiten natürlich revolutionär die ausschließliche Verwendung von (meist zertifiziertem) biologischen und naturbelassenem Material. Das macht das Bettsystem entsprechend natürlich und "gesund" - man muss aber mit einigen Einschränkungen in der Wirksamkeit des Schlafsystems zurechtkommen: wenig bis keine definierte Stütze im Rücken, wenig Nachgiebigkeit und damit Schulterentlastung, geringer Komfort durch eine insgesamt eingeschränkte Bauhöhe und zusätzlich schnell nachlassende Stabilität des verwendeten Naturlatex machen ein Liegen für empfindliche oder anspruchsvolle Schläfer oft schon nach nur wenigen Jahren unmöglich... Mittlerweile sind Kunden mit einem solchen System bei uns die größte Gruppe an "Umsteigern" (also Kunden, die vorzeitig / vor Ablauf der üblichen Verwendungsdauer ihre Matratzen oder Roste austauschen).

Etwas später - so in der ersten Hälfte der Nuller-Jahre - wurden die Teller- bzw. Flügelrahmen groß. Gegeben hat es die schon früher (zu Beginn der 90er-Jahre hat Lattoflex sein Winx-100-System vorgestellt), bei denen die Matratze nicht mehr auf Holzleisen liegt, sondern auf Tellern (meist aus Kunsstoff) gefedert über eine ebensolche Kunsstoffhalterung. Vorteilhaft sollte hierbei sein, dass die Teller die Oberfläche kleiner auflösen, sozusagen eine Punktentlastung auch schon unter der Matratze ermöglichen sollen, um z.B. auch in der Körperquerachse eine unterschiedliche Anpassung zu ermöglichen. Die Idee ist naheliegend, aber nicht nur ineffektiv (da die Matratze diese Aufgabe schon bestens erfülllt), sonder leider kontraproduktiv, denn: die Teller oder Flügel sind ziemlich soft (und lassen sich auch nicht durch die später eingeführten Festigkeitseinstellungen nicht vernünftig verfestigen), so dass dem Schläfer meist die notwendige Stütze versagt bleibt. Zudem sind kleinteilige Kunststoffelemente auf Dauer nicht besonders stabil, so dass diese Rahmen auch noch schnell die sowieso schon geringe Stabilität einbüßen.

Ein richtiger Schenkelklopfer sind bzw. waren Schlafsystem mit Lufkern. Da gab es verschiedene Anbieter, die als Kern einen Luftsack / Luftmatratze angeboten haben. Hauptvorzug sollte sein, dass der Kunde durch die Regulierung der Füllmenge (also des Drucks) die "Festigkeit" der Matratze verändern könne. Tatsächlich bleibt aber die Festigkeit der Matratze immer die gleiche, der Auflagedruck durch den Schläfer auf dem Luftsack bleibt ja auch immer genau gleich, ganz egal wie voll oder leer die Matratze ist (ausser, der Kern wird wirklich richtig aufgeblasen, dann ist die Matratze eben nicht mehr fest sonder "knallhart". Das einzige was dadurch beeinflußt wird, ist wie schlecht der Nutzer auf dem System liegt, denn mit wenig Druck sackt das Becken ab, mit viel Druck wird die Unterlage für die Schulter unbenutzbar. Allein also von der Konzeption her "Ein Griff ins Stille Örtchen" - verschlimmbessert wurde dies dann noch durch undurchdachte Technik. Manche der Luftmatratzen hatten elektrische Pumpen, die einfach und komfortabel den Luftdruck auf Knopfdruck verändern sollten - und oft nach kurzer Zeit kaputt waren. Oder bei so einem System sehr gängig: Undichtigkeit. Damit hatte auch auch System dieser Kategorie zu kämpfen, das auf die Luftblase noch eine Blase mit Öl legte (zur Druckminimierung). Das hat dann dazu geführt, dass beim ein oder anderen Anwender nicht nur irgendwann "die Luft raus" war, sonder er noch mit einer "Ölpest" im Bett zu kämpfen hatte - na Dankeschön!

In die Kategorie "Fehlentwicklung" fällt als letztes sicher auch noch der ganze Bereich Boxspring, der ja erst die letzten fünf Jahre so richtig en vogue geworden ist. Grundsätzlich habe ich mich zu dem Thema ja schon geäußert (in meinem BLOBBEITRAG beschrieben). Zusammenfaßend: es ist nichts gegen Boxspring zu sagen. Ein gut gemachtes Boxspringsystem kann etwas herrliches sein. Das Problem: die zuletzt allerorten angebotenen Billig-Boxsprings (unter 3.000 € für ein Doppelbett) taugen sowohl weder von der Matrate her als von der im Bettkasten integrierten Unterlage. Die Käufer schmeißen beim Erwerb eines Boxspring-Bettes ja nicht nur die alten Matratzen weg, sondern alles: Matratzen, Lattenroste, Bettgestell. Wenn dann nach einigen Jahren das Boxspring nicht mehr trägt, und der Schläfer durchhängt, dann steht eine umfängliche Neuanschaffung ins Haus!

Es gibt also durchaus einige gute Gründe lieber bei Bewährtem zu bleiben, wie z.B. gut gemachten, ergonomisch wirksamen PUR-Kaltschaummatratzen, stabilen Naturlatexmatratzen oder komfortablen Taschenfederkernmatratzen. All das finden Sie in verschiedenen Varianten bei uns, dazu die passenen Unterfederungen oder Lattenroste - und für's Auge auch ein neues Bettgestell oder Schlafzimmermöbel.

         

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